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Mit dem Handy die Parkgebühr zahlen
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| 17.08.2009 / FAZ | |
| Kategorie:Presse | |
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Inhalt:
Neue Plattform für die ganze RegionMit dem Handy die Parkgebühren zahlenVon Hans Riebsamen Handy statt Geldbörse: Eine SMS ersetzt mancherorts das Parkticket. 17. August 2009 Kein Kleingeld fürs Parken zur Hand? In Wiesbaden und Mainz kann man in diesem Fall mit dem Handy bezahlen. Einfach eine SMS an eine Servicenummer schicken und die sechsstellige Ziffernfolge des Parkautomaten in die Tastatur eingeben. Schon ist der Autofahrer der Gefahr entronnen, nach seiner Rückkehr ein „Knöllchen“ an der Windschutzscheibe zu finden. Wenn er sich über eine Vignette an der Scheibe als Kunde einer Handy-Park-Firma ausweist, überprüfen die Kontrolleure lediglich, ob der Autofahrer sein Parken elektronisch angemeldet hat. Kommt der Parkende zurück, meldet er sich per SMS wieder ab. Der Vorteil des sogenannten Handy-Parkens: Der Parkende braucht sich nicht schon beim Abstellen seines Wagens auf eine Parkzeit festzulegen, er braucht kein passendes Münzgeld dabei zu haben und hat minutengenau nur für seine echte Parkzeit zu bezahlen. Zuvor muss er sich allerdings bei der jeweiligen Betreiberfirma als Teilnehmer angemeldet haben. Die Anbieter verlangen für jeden Vorgang eine Gebühr, die zwischen 12 bis 18 Cent liegt, wobei die einzelnen Unternehmen häufig noch Zusatzangebote im Programm haben. Abgerechnet wird in der Regel monatlich. Flickenteppich verhindern Das Dumme ist nur, dass Wiesbaden und Mainz unterschiedliche Betreibersysteme haben. Ein Autofahrer, der in der Landeshauptstadt angemeldet ist, kann mit dieser Registrierung in Mainz nichts anfangen. Wiesbaden ist beim Handy-Parken ein Vorreiter in Hessen gewesen. Schon 2005 hat die Stadt diese Form des bargeldlose Parkens mit einer Ausnahmegenehmigung von der Straßenverkehrsordnung in einem Modellversuch eingeführt. Mainz, das im Mai dieses Jahres das Handy-Parken eingeführt hat, benötigte keine besondere Genehmigung mehr, denn das Verkehrsrecht wurde mittlerweile geändert. Viele andere Kommunen im Rhein-Main-Gebiet, insbesondere Frankfurt, haben bisher auf die Einführung des Handy-Parkens verzichtet. Und zwar ganz bewusst. Verkehrspolitiker wie der Frankfurter Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Die Grünen) wollten verhindern, dass sich das Rhein-Main-Gebiet am Ende als Flickenteppich darstellt. Sie drangen auf ein einheitliches System für die ganze Region, bei dem ein Autofahrer mit seiner Registrierung überall von Hanau bis Mainz mittels seines Mobiltelefons bezahlen kann. Dieses System hat nun die IVM, also das 2005 von den Kreisen und Städten der Region und den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz gegründete „Integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt Rhein-Main“, entwickelt. Kunde soll sich den günstigsten Anbieter heraussuchen Mainz ist die erste Kommune, die es anwendet. Damit hat die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz vor Wiesbaden die Vorreiterfunktion übernommen. In Mainz wird nun seit drei Monaten die Zukunft des regionalen Handy-Parksystems erprobt. Die Planer hegen die Hoffnung, dass dieses System sich über Rhein-Main hinaus durchsetzt, möglicherweise sogar bundesweit. Die neue Plattform bietet im Vergleich zu dem Wiesbadener System und auch dem Handy-Parken in vielen anderen deutschen Kommunen einen entscheidenden Vorteil: Es ermöglicht Wettbewerb. Denn das IVM-System bindet sich nicht, wie dies bisher in zahlreichen Kommunen der Fall ist, an einen einzigen privaten Anbieter.Auf der nun für alle Kommunen der Region zur Verfügung stehenden Plattform bieten von „Callpark GmbH“ bis „Easy Park GmbH“ bisher acht zertifizierte Unternehmen ihre Dienste an. Der Kunde kann also wählen und sich bei dem in seinen Augen günstigsten Anbieter anmelden. Jede Gemeinde im Ballungsraum kann selbst entscheiden, ob sie mitmacht Die Kommunen wiederum haben den Vorteil, dass sie kaum investieren müssen. Lediglich die elektronischen Lesegeräte der Kontrolleure müssen aufgerüstet werden, damit diese an Ort und Stelle abfragen können, ob für ein geparktes Auto ein elektronisches Ticket geordert wurde. Zudem muss die jeweilige Verkehrsbehörde orangefarbene Aufkleber an den Parkautomaten anbringen, auf denen jene sechsstellige Nummer steht, die Parkende zu Parkbeginn per SMS an ihren Anbieter schicken. Die ersten drei Zahlen geben die Stadt an, die letzten drei den Standort des Parkplatzes. Die Parkgebühren fließen eins zu eins an die Kommunen. Ein weiterer Vorteil der neuen Plattform besteht darin, dass die privaten Anbieter von den Kommunen keine Installationsgebühr verlangen, wie dies bisher häufig der Fall war. Jede Gemeinde im Ballungsraum kann selbst entscheiden, ob sie mitmacht. Entschließt sie sich zu einer Teilnahme, muss sie lediglich die von der IVM vorgefertigten Musterverträge unterschreiben. Die privaten Anbieter müssen jede Kommune, die dies wünscht, als Kunden aufnehmen, damit wird unterbunden, dass die Firmen sich Rosinen herauspicken und nur geschäftlich attraktive Städte wie Frankfurt oder Darmstadt akzeptieren. Erfolg hängt von der Beteiligung Frankfurts ab Mittlerweile bieten auch Unternehmen wie „Sunhill“ ihre Dienste an, bei denen ein Kunde sich gar nicht registrieren lassen muss. Die Frankfurter SPD hat vor kurzem verlangt, aus Gründen des Datenschutzes nur mit solchen Handy-Park-Unternehmen zusammenzuarbeiten. Bei der IVM heißt es dazu, dass bei den acht Anbietern auf der neuen Plattform selbstverständlich der Datenschutz eingehalten werde. Der Erfolg der neuen Rhein-Main-Plattform hängt davon ab, ob Frankfurt sich beteiligt. Sollte sich die Metropole dazugesellen, dürfte den kleineren Kommunen die Entscheidung leichter fallen. Frankfurts Verkehrsdezernent Sikorski hat mittlerweile signalisiert, dass man die IVM-Plattform übernehmen wolle. Die einst zur Bedingung gemachte Vereinheitlichung des Systems sei ganz offensichtlich erfüllt. Es sieht also so aus, als ob man in absehbarer Zeit im ganzen Rhein-Main-Gebiet mit dem Handy seine Parkgebühren zahlen kann. Freilich nicht muss. Parkende können weiterhin mit Münzgeld zahlen. Denn einen Abbau der Parkscheinautomaten lässt das Gesetz nicht zu.
Text: F.A.Z. Quelle . |
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