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Handy-Parken: Wer parkt, schickt eine SMS  
 
25.05.2009 / Frankfurter Rundschau
Kategorie:Presse
 
 
 
Inhalt:

Wer parkt, schickt eine SMS

Von Jutta Rippegather

Die Wiesbadener haben es schon am längsten. Mainz führte es Anfang Mai ein. Auch Darmstadt und Hanau wollen noch in diesem Jahr das sogenannte Handy-Parken ermöglichen. Dann fehlen noch die anderen Städte im Rhein-Main-Gebiet: Rüsselsheim, Bad Homburg, Friedberg, Offenbach, Hofheim zum Beispiel – und Frankfurt. Schlössen die sich auch an, dann wäre das bundesweit erste Regionalportal fürs Handy-Parken komplett.

Profitieren würden vor allem die Autofahrer: Sie bräuchten kein Kleingeld für den Parkautomaten, müssten sich zeitlich nicht festlegen. Wer parkt, verschickt am Anfang und Ende der Parkzeit per Mobiltelefon jeweils eine SMS. Die Abrechnung erfolgt fast minutengenau und kommt einmal im Monat.

"In erster Linie dient es der Bequemlichkeit", sagt der Mainzer Wirtschaftsdezernent Franz Ringhoffer (FDP). Mit ihm haben sich 250 andere Mainzer in den ersten zwei Wochen registrieren und eine Vignette fürs Auto schicken lassen. Mainz ist die erste Stadt, die sich des Portals bedient, das die Regionalgesellschaft IVM (Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt Rhein-Main) eingerichtet hat.

Die Nutzer haben acht verschiedene, im Wettbewerb stehende Anbieter zur Wahl. Diese nehmen vom Kunden einen kleinen Service-Obolus, kassieren die Parkgebühren und leiten sie an die Kommunen weiter, denen kaum zusätzliche Kosten entstehen. Allein die Kontrollgeräte der Hilfspolizisten müssen umgerüstet werden. "Die Kosten dafür halten sich in Grenzen", sagt IVM-Geschäftsführer Jürg Sparmann. Die neue Plattform ermögliche jeder Kommune, zeitnah und ohne großen Aufwand das Handy-Parken einzuführen. Und nicht nur ihnen: Mittelfristig hofft die IVM auch die Betreiber privater Parkhäuser für das einheitliche System zu gewinnen.

Doch jetzt steht erstmal Wiesbaden in den Startlöchern. Nächsten Monat will die Landeshauptstadt dem Regionalportal beitreten. Handy-Parken gibt es dort bereits seit vier Jahren – allerdings mit nur einem Anbieter als Monopolisten. Acht Prozent der Parkscheine seien inzwischen elektronisch, sagt Uwe Conrad vom Tiefbauamt. Eine Zahl, die gewiss wüchse, wenn die Parkenden aus Mainz hinzu kämen. "Vielfachnutzer, jüngere Leute und Technikverliebte" – das sei die Gruppe derer, die für das neue Angebot zu gewinnen seien. Die anderen werden nicht gezwungen, sich umzustellen, wie Joachim Porada von der IVM versichert: "Die Straßenverkehrsordnung verbietet es, Parkschein- automaten abzubauen."

Selbst wenn die beiden Systeme auf absehbare Zeit parallel existieren, wird der Wartungsaufwand geringer. Die Automaten brauchen seltener Papier-Nachschub, die Geldkassetten sind nicht so schnell voll. Conrad: "Das ist schon ein bisschen weniger geworden."

Wenn sich die anderen Städte im Rhein-Main-Gebiet angeschlossen haben, ist für die IVM übrigens nicht Schluss. Geht es nach ihr, macht das Portal bundesweit Schule. Dann wäre auch der Erwerb eines Tickets für Köln oder Berlin möglich. Denn auch in diesen Städten gibt es schon Handy-Parken.

Quelle: Frankfurter Rundschau.


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