Von Christine Tscherner
Der Haupt- und Finanzausschuss hat Grünes Licht gegeben. Wer will, kann künftig die Parkgebühr für sein Auto mit der Handyrechnung bezahlen. Bingen schließt sich dem System der Städte Mainz und Wiesbaden an. In der hessischen Landeshauptstadt gehören die sechsstelligen Nummern der Handypark-Zonen längst zum Straßenbild.
Mainz hat das Angebot für Straßen-Parkplätze in der Innenstadt schon eingeführt. Bingen hatte im Herbst vergangenen Jahres beschlossen: Sobald sich die großen Nachbarn für eine bundeseinheitliche Plattform entscheiden, zieht die Stadt am Rhein-Nahe-Eck nach.
Gesagt, getan. Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Hanau sowie Lemgo,
Dettmold, Berlin und Bingen werden 2009 zu den Vorreitern der
Handypark-Szene gehören. Der einheitlichen Plattform angeschlossen
haben sich bereits Hamburg, Köln, Lübeck und Neustadt an der Weinstraße.
Keine Parkscheine mehr, kein Ticket mehr ziehen, kein
Automaten-Kleingeld horten. Der Autofahrer registriert sich einmalig
bei dem von ihm ausgewählten Betreiber. Derzeit sind acht mit
unterschiedlichen Service-Tarifen für die zentrale Plattform
zugelassen. Mit welchem Betreiber der Kunde seine Parkvorgänge
abwickeln möchte, entscheidet er selbst. Hat der Autofahrer einen
Parkplatz gefunden und ist als Handyparker registriert, wählt er eine
Servicenummer (meist 0800) mit der Nummer der Gebührenzone.
Die Zonen-Nummer steht künftig auf Schildern am Straßenrand. Nach dem Parken muss diese Nummer erneut ins Handy eingetippt werden, um die Parkdauer zu beenden. Die Parkgebühr kommt einmal im Monat mit den Handyrechnung ins Haus. Minutengenaue Abrechnung der Parkzeit gilt als Vorteil. Für Wenig-Telefonierer mit hohen Einzelverbindungsgebühren kann beim Kurzparkzeiten der herkömmliche Münzeinwurf günstiger sein. “Münzgeld ist weiterhin parallel möglich", betont Frank Berlep, CDU-Fraktionsvorsitzender.
Die Christdemokraten hatten im vergangenen Jahr das Thema in die Binger Gremien eingebracht. Niemand werde zum Handyparken gezwungen. “Nur sollten wir uns der neuen Technik nicht verschließen", so Berlep weiter. Fahrkarten, Kinokarten, Bustickets oder Schwimmbad- und Museumseintritt könnten künftig wie anderswo in Europa auch - via Handy zahlbar sein. Immer stärker sind diese so genannte Migro-Payment-Dienste bundesweit auf dem Vormarsch. In baltischen Ländern gehört das Mobiltelefon als “Zahlunsgmittel" längst zum Alltag.
Bargeldlose Zahlvorgänge per Handy-Rechnung haben dort den Markt erobert. Bingen muss Schilder für Parkzonen und Aufkleber für den Hinweis auf Park-Automaten kaufen. Größter Posten für das neue Angebot sind die neuen Kontrollgeräte. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 18.000 bis 20.000 Euro. Das Eintippen des Kennzeichens und der Parkzone genügt den Kontrolleuren für den Nachweis der Anmeldung. Für Parksünder bedeutet die neue Bezahl-Methode jedenfalls keine Absolution. Spätestens mit dem Knollen an der Windschutzscheibe kommt wieder herkömmliches Papier zum Einsatz.
Quelle: Allgemeine Zeitung .
