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Bingen nimmt "Lauerstellung" ein  
 
03.11.2008 / Allgemeine Zeitung
Kategorie:Presse
 
 
 
Inhalt:

Bingen nimmt "Lauerstellung" ein

BINGEN Keine Parkscheine für die Windschutzscheibe, kein Automaten-Kleingeld sammeln: Handy-Parken etabliert sich allmählich in deutschen Großstädten. Bingen will bis zu einer Entscheidung in Mainz und Wiesbaden warten. Der Bauausschuss plädierte gegen ein einsames Vorpreschen.

Von

Christine Tscherner

Wie Handyparken funktioniert? Der Autofahrer registriert sich bei dem von ihm ausgewählten Betreiber. Derzeit buhlen mehrere Firmen um Interessenten. Per Post erhält der Kunde eine Plakette. Sie weist ihn als Handy-Parker aus. Hat der Autofahrer einen Parkplatz gefunden, wählt er eine Servicenummer mit Stadtvorwahl und Nummer der Gebührenzone. Die Zonen-Nummer steht auf Schildern.

Nicht vergessen: Nach dem Parken muss diese Nummer erneut ins Handy eingetippt werden, sonst läuft die Parkzeit weiter. Einmal im Monat erhält der Handy-Nutzer seine Rechnung - inklusive Parkgebühren. Die Gebühren überweist der Kunde an den Anbieter und dieser reicht sie an die Stadtverwaltungen weiter.

Was recht kompliziert klingt, ist in baltischen Ländern längst Alltag. Ob Taxi-Fahrt, Konzertkarte oder Tanken - bargeldlos per Handy-Rechnung zu bezahlen, hat dort in Kunden-Köpfen längst Einzug gehalten. Der Vorteil des Systems: Die lästige Kleingeld-Suche entfällt und die Abrechnung erfolgt minutengenau über das Mobilfunk-Konto.

Lohnt der Aufwand mit neuen Kontrollgeräten für Parksünder, Schildern für Parkzonen und zusätzlicher Verwaltungsarbeit für eine Kleinstadt wie Bingen? Ausschuss-Mitglieder wie Hans-Jürgen Klöckner, FWG, sind skeptisch. Weil noch keiner der Anbieter bislang eine Monopol-Stellung in Deutschland erlangt hat, ist das System nicht einheitlich. Allerdings schafft ein Verbund eine gemeinsame Plattform, um nach der Anmeldung überall in deutschen Städten das jeweilige Handy-Parksystem nutzen zu können.

Wiesbaden experimentiert bereits in der Innenstadt mit der Handypark-Idee. Mainz und Wiesbaden wollen ein einheitliches System schaffen; im November sind Abstimmungsgespräche anberaumt. Ab April 2009, so der Plan, möchten Landeshauptstädte mit einem gemeinsamen Handypark-Angebot an den Start gehen.

"Lasst uns so lange warten, um eine Binger Insel-Lösung zu vermeiden", stimmt CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Berlep dem Verwaltungsvorschlag zu. Die CDU hatte das Thema in die Gremien eingebracht. Autofahrern sollte ein möglichst einheitliches System in der Region geboten werden. "Im nächsten Jahr können wir dann entscheiden, ob wir uns Mainz und Wiesbaden anschließen", sagt Berlep weiter. Der Bauausschuss stimmte einmütig für den Blick auf die Landesmetropolen und eine abwartende Lauerstellung.

Quelle: Allgemeine Zeitung .


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