Bezahlen ohne Münzen
Die Stadt Hanau will sich ab 2009 der regionalen Plattform zum Handyparken anschließen
Nach dem Einparken nicht mehr erst zum nächsten
Automaten gehen müssen. Nicht mehr nach Münzen suchen, um
möglicherweise die passenden doch nicht zu finden. Nie mehr ein
Knöllchen bekommen, weil man die Zeit vorher falsch eingeschätzt hat.
Das alles fällt weg, wenn Autofahrer ihre Parkgebühr künftig über das
Handy entrichten dürfen - wie es in Hanau ab 2009 (der genaue Zeitpunkt
steht noch nicht fest) geplant ist. Der Vorschlag, Parkgebühren künftig
auch per Mobiltelefon bezahlen zu können, kam Anfang des Jahres von der
CDU-Fraktion. Im Struktur- und Umweltausschuss wurde am Mittwoch
darüber gesprochen, wie diese Idee zu realisieren sei.
Viele verschiedene Systeme
Denn auch wenn es Handyparken in Deutschland bislang erst in rund einem
Dutzend Städten gibt, so existieren doch etliche Betreiber - mit
unterschiedlichen Handhabungen. Die wesentlichsten Unterschiede: Zum
einen gibt es das SMS-Parken, bei dem sich der Nutzer nicht anmelden
muss, sein Kennzeichen und die gewünschte Dauer als Kurznachricht an
eine bestimmte Nummer sendet und dafür ein virtuelles Ticket erhält.
Die meisten Systeme allerdings arbeiten mit vorheriger Anmeldung.
Gerhard Wrase vom Eigenbetrieb Hanau Verkehr und Entsorgung erklärt,
wie das funktioniert: Man lässt sich bei einem Anbieter registrieren,
stellt das Auto ab und wählt bei Beginn und Ende der Parkzeit eine
bestimmte Nummer, um die Dauer zu dokumentieren. Abgerechnet wird
monatlich.
Doch selbst für diese Form des Handyparkens sind diverse Anbieter auf
dem Markt. Das würde normalerweise bedeuten, dass ein Autofahrer sich
bei mehreren Betreibern anmelden muss, wenn er in verschiedenen Städten
unterwegs ist - je nachdem, mit wem die jeweilige Kommune einen Vertrag
abgeschlossen hat. Deshalb will das "Integrierte Verkehrsmanagement
Region Frankfurt Rhein-Main" ab 2009 eine Plattform einrichten, die
eine Auswahl von sieben zertifizierten Betreibern, aber nur eine
zentrale Nummer zum An- und Abmelden bietet.
So können Autofahrer sich bei einer Firma registrieren lassen. Sie
bekommen einen Aufkleber für die Scheibe und können in jeder der
beteiligten Städte mobil bezahlen. Die einheitliche Telefonnummer wird
am Straßenrand angezeigt. Auf diese Weise müssen die Kommunen keinen
festen Vertrag mit einem Anbieter abschließen. "Der Nutzer kann selbst
wählen. Das ist gut so, denn bei den Gebühren gibt es große
Unterschiede", sagt Wrase. Nach Angaben von Stadtrat Axel Weiss-Thiel
plant Hanau, sich diesem Verbund anzuschließen - ebenso wie Mainz,
Darmstadt und Wiesbaden. Eines bleibt indes unverändert: Wer nicht
zahlt, kriegt einen Strafzettel. Denn für die Mitarbeiter des
Ordnungsamtes wird das über ein spezielles Computersystem leicht
ablesbar sein.
Quelle: FR-Online